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Ehrenamtspreise 2020 und 2021

Der Ehrenamtspreis 2020 geht an die Bastelgruppe Hollerath. Der Ehrenamtspreis 2021 geht an drei Fluthilfeorganisationen aus dem Gemeindegebiet.

Der Ehrenamtspreis der Gemeinde Hellenthal wird normalerweise jedes Jahr im Rahmen des Neujahrsempfangs des Bürgermeisters vergeben.

Seit zwei Jahren ist die Würdigung im Kreis zahlreicher Vereinsvertreter und Bürger/-innen verbunden mit einem unterhaltsamen Abend leider nicht möglich. Dennoch wollte die Gemeinde Hellenthal in diesem besonderen Jahr nicht wieder darauf verzichten, die ehrenamtliche Arbeit zeitnah zu würdigen. Daher fand am 18. Januar 2022 die Verleihung der Ehrenamtspreise 2020 und 2021 in einem kleineren Rahmen in der Grenzlandhalle Hellenthal statt.

Bürgermeister Rudolf Westerburg begrüßte dazu gemeinsam mit einigen Ratsvertretern/-innen die insgesamt sieben Preisträger und deren Begleitungen in einem corona-konformen, kleinen, festlichen Rahmen.

Ehrenamtspreis 2020

Bereits im Dezember 2020 entschied das Gremium aus den Fraktionsvorsitzenden und einem Vertreter aus der Verwaltung, dass der Ehrenamtspreis 2020 an die Bastelgruppe Hollerath geht.

Seit mehr als 25 Jahren gibt es die Gruppe, die von Beginn an das Ziel hatte, mit dem Erlös aus verkauften Weihnachtsartikeln die Hilfsgruppe Eifel zu unterstützen. In dieser Zeit sind rund 70.000 für die Hilfsgruppe zusammengekommen. Der Weihnachtsmarkt der Bastelgruppe ist weit über den Ort hinaus bekannt. Alle Helfer/-innen arbeiten ehrenamtlich und beginnen viele Wochen vor Weihnachten mit den Arbeiten. Auch in den letzten zwei Jahren, in denen ein Weihnachtsmarkt nicht möglich war, hat die Gruppe die Hände nicht einfach in den Schoß gelegt. Die Aktiven der Bastelgruppe haben eine Bestellaktion angeboten, über die viele Kunden die Gruppe weiterhin unterstützt haben. So konnte die Gruppe wieder einen Erlös von 4.000 zu Gunsten der Hilfsgruppe Eifel aufbringen.
Für die Bastelgruppe Hollerath nahmen Monja Jenniches, Karl Kirch und Annette Wiesen den Preis in der Grenzlandhalle entgegen.

Ehrenamtspreis 2021

Für den Ehrenamtspreis 2021 wurden in diesem besonderen Jahr die Hilfsorganisationen aus der Gemeinde ausgewählt, die sich nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 organisiert haben.

Bürgermeister Rudolf Westerburg freute sich, dass er von den drei Gruppierungen sieben Personen begrüßen durfte, die in unterschiedlicher Form Hilfe leisteten.

"Reifferscheid räumt auf"

In den Wochen nach der Flut und den ersten gröberen Arbeiten bildete sich eine Gruppe in und um Reifferscheid, die erkannte, dass es nicht nur viel an Privatgrundstücken zu tun gibt, sondern dass vor allem die Umgebung durch angeschwemmten Müll und durch Sperrgut total verunreinigt ist. Ausgehend von Sabrina Hecker, Laura Lorse und Frank Schumacher fand sich eine Gruppe, die über viele Wochen Aufräumaktionen durchführte, an der sich bis zu 100 Personen mit mehr oder weniger Stunden beteiligten. Unmengen von Bäumen, Ästen und Schutt wurden aus den Bachläufen und der Umgebung zusammengesammelt und gemeinsam mit dem Bauhof entsorgt. Dabei galt es aber nicht nur die Aufräumarbeiten zu terminieren und zu organisieren. Zu allen Arbeitseinsätzen wurde Verpflegung organisiert, so dass auch das gemeinsame Beisammensitzen nicht zu kurz kam. So ist das Aussehen um Reifferscheid, Wiesen und Kammerwald mit jedem Arbeitseinsatz besser geworden.

Björn und Roswitha Balter

Umittelbar nach der Flut organisierte sich in Losheim eine Gruppe die erkannte, dass viele Menschen nicht in der Lage sind, sich gut und ausreichend mit Nahrung zu versorgen. So wurden unter der Leitung von Björn und Roswitha Balter in den Anfangstagen bis zu 1.000 Essen zubereitet und über Fahrdienste zu den Menschen in den betroffenen Orten gefahren. Nach wie vor ist diese Hilfe bei vielen Betroffenen angebracht, weil sie immer noch nicht über ausreichende Kochmöglichkeiten verfügen. Das alles wurde und wird über Spenden und aber auch eigenes Geld der Balters finanziert. Aber auch das Miteinander und der Austausch, für die sich Björn und Roswitha Balter immer Zeit nehmen, sind eine unschätzbare Hilfe für zahlreiche Menschen.

Stephanie Pinz und Petra Weinberger

Am Tag nach der Flut war es für Stephanie Pinz und Petra Weinberger selbstverständlich, sofort helfen zu wollen. Zunächst sichteten die beiden, wo was fehlte. Sie riefen zu Sach- und Nahrungsmittelspenden auf und vom Lager in Hollerath aus wurden diese in die Gebiete verteilt. Haushalte, die in der Flut alles verloren hatten wurden von Stephanie Pinz und Petra Weinberger versorgt. Von Mehl über Getränke, Kinderfahrräder, Hygieneartikel, Trocknungsgeräte oder Heizöfen. Es gab nichts, was von den beiden nicht organisiert werden konnte. Nicht nur Menschen aus der Gemeinde Hellenthal haben den Weg nach Hollerath gesucht. Keiner wurde abgewiesen. Frau Pinz und Frau Weinberger sind auch noch ein halbes Jahr nach der Flut Seelentröster und Zuhörer bei Betroffenen und auch wichtige Vermittlerinnen zur Gemeindeverwaltung. Das Lager wurde in den Hellenthaler Hof verlegt und wird weiterhin von vielen Menschen aufgesucht.

Dank und Auszeichnungen für die Preisträger

Bürgermeister Rudolf Westerburg dankte allen Preisträgern für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement:
"Durch Ihren Einsatz zeigen Sie alle, dass Ihnen ihre Mitmenschen nicht egal sind. Uneigennützig bringen Sie sich für eine Verbesserung der Lebensumstände Benachteiligter ein oder engagieren sich besonders für den Ort. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre unsere Gesellschaft nicht nur ärmer, sondern würde zusammenbrechen. Stellvertretend stehen Sie heute für viele andere hier. Im Besonderen werden Sie für Ihre tollen Aktionen und Beispiele geehrt. Dazu gratuliere ich Ihnen ganz herzlich."

Alle Preisträger wurden von Bürgermeister Rudolf Westerburg mit einer persönlichen Urkunde und einem Präsent geehrt.