
Kampfmittelüberprüfung
Notwendige Kampfmittelüberprüfungen in NRW und Hellenthal

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland und gleichzeitig das mit der höchsten Bevölkerungsdichte unter den Flächenstaaten und birgt aufgrund seiner Geschichte ein besonderes Sicherheitsrisiko: Überreste von Bomben, Munition und anderen Kampfmitteln aus den beiden Weltkriegen. Jährlich werden im Land und auch in unserer Gemeinde zahlreiche Flächen und Bauprojekte auf mögliche Blindgänger überprüft, um Gefahren für Bevölkerung und Bauarbeiter frühzeitig auszuschließen.
Warum sind Kampfmittelüberprüfungen notwendig?
Vor allem in Städten und Gemeinden mit starker Kriegshistorie, wie in der Gemeinde Hellenthal, können bei Bauarbeiten oder Erdarbeiten alte Kampfmittel gefunden werden. Diese Blindgänger stellen eine erhebliche Gefahr dar, da sie auch Jahrzehnte nach Kriegsende noch detonieren können. Um das Risiko zu minimieren, sind Kampfmittelüberprüfungen gesetzlich vorgeschrieben und werden von spezialisierten Kampfmittelräumdiensten durchgeführt.
Das Vorgehen im Überblick
- Vorgelagerte Recherchen und Luftbildauswertungen:
Bevor eine Fläche auf mögliche Kampfmittel untersucht wird, erfolgt eine umfassende historische Recherche. Neben der Auswertung von Kriegskarten und Archivmaterialien spielt hier das Ordnungsamt eine wichtige Rolle: Es beantragt die Luftbildauswertungen bei der Bezirksregierung. Diese Luftbilder geben wertvolle Hinweise auf potenzielle Verdachtsflächen und helfen, die Suche gezielt zu steuern.
Vor Ihrem Bauvorhaben ist es daher wichtig beim Ordnungsamt einen Antrag auf Luftbildauswertung zu stellen, um mögliche Gefahren einzugrenzen. Sollte Ihre Luftbildauswertung eine rote Fläche anzeigen, ist die Überprüfung der zu überbauenden Flächen notwendig und ein Antrag auf Kampfmittelüberprüfung bei der zuständigen Ordnungsbehörde sollte gestellt werden.
- Begehung und Erkundung:
Bei Verdacht und nach Antragstellung werden Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes vor Ort tätig. Sie nutzen moderne Methoden wie Metalldetektoren, Magnetometer und Georadar, um mögliche Kampfmittel zu lokalisieren.
- Bergung und Entschärfung:
Wird ein Kampfmittel gefunden, erfolgt eine genaue Bewertung des Zustands. Experten entscheiden, ob eventuelle Funde mitgenommen werden können, eine Entschärfung vor Ort möglich ist oder ob das Kampfmittel kontrolliert gesprengt wird.
- Dokumentation und Freigabe:
Nach Abschluss der Räumung wird die Fläche dokumentiert und für die weitere Nutzung freigegeben. Bauvorhaben können erst fortgesetzt werden, wenn die Kampfmittelüberprüfung erfolgreich abgeschlossen ist.
Bei Fragen zu dem Thema wenden Sie sich jederzeit gerne an unsere Kollegen vom Ordnungsamt.