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Allgemeine Informationen über den Denkmalschutz

Die Erhaltung von Denkmalen ist seit Bestehen des Denkmalschutzgesetzes NW (1980) zu einer wichtigen Aufgabe geworden. Dabei geht es heute nicht mehr nur um einige historische Prunkstücke, wie Kirchen und Burgen, sondern ganz allgemein um Zeugnisse unserer lebendigen Vergangenheit:

  • um gewachsene Ortsbereiche,
  • um Ensembles,
  • Straßenzüge, Plätze, Grünanlagen
  • und ganze Dörfer
  • sowie Bodendenkmale,
  • und auch um Einzelgebäude, wie zum Beispiel alte Wohn- und Bauernhäuser,
  • Handwerksbetriebe
  • oder Fabrikanlagen aus der frühindustriellen Zeit.

Aus diesem Grunde sind die zuständigen Denkmalbehörden verpflichtet, schutzwürdige Gebäude und Bodendenkmale in die Denkmalliste einzutragen.

Zuständigkeiten

Untere Denkmalbehörde ist die Gemeinde. Die Gemeinde nimmt folgende Aufgaben wahr:

  • Führung der Denkmalliste gem. § 3 DSchG
  • Beratung der Denkmaleigentümer in allen Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege
  • Erteilung von Erlaubnissen nach § 9 Denkmalschutzgesetz NW für alle Bau- und Renovierungsmaßnahmen an und in einem Baudenkmal sowie in dessen näherer Umgebung
  • Ausstellung von Steuerbescheinigungen für denkmalpflegerisch abgestimmte und mit einer Erlaubnis versehene Maßnahmen
  • Bearbeitung von Förderanträgen
  • Anordnung von Ersatzvornahmen zur akuten Sicherung denkmalwerter Substanz.

Die Gemeinde trifft ihre Entscheidung im Benehmen mit dem LVR-Amt für Denkmalpflege Rheinland.

Erlaubnispflicht

Bauliche Veränderungen an Baudenkmälern greifen fast zwangsläufig in die Substanz ein, vor allem dann, wenn Gebäude mit dem zeitgemäßen Komfort ausgestattet werden sollen. Einschneidende Umbaumaßnahmen erfordern viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Hier müssen schon im Planungsstadium Architekt und Denkmalpfleger zur Beratung hinzugezogen werden. Sind Bauteile, wie zum Beispiel Fenster, auszuwechseln, müssen sie auf Erhaltungswürdigkeit geprüft und aufgrund des Befundes repariert oder ersetzt werden.

Da Maßnahmen an einem Denkmal nach § 9 des Denkmalschutzgesetzes NW erlaubnispflichtig sind, ganz gleich, ob diese in, an oder in naher Umgebung eines Baudenkmals stattfinden, ist eine vorherige Beratung unabdingbar.
In allen Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege gibt die Gemeinde, mit fachlicher Beratung des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland, spezifische Beratung über die Verfahrensweise und den richtigen Umgang mit der Bausubstanz (bis zum Ausführungsdetail).

Denkmalförderung

Nachdem ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt ist, übernimmt die Eigentümerin/der Eigentümer die Pflicht, ihr/sein Gebäude nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten zu erhalten. Das führt in vielen Fällen zu Mehrkosten, die aus denkmalpflegerischen Auflagen resultieren.
Zuschüsse
Es bestehen im Einzelfall begrenzte Fördermöglichkeiten aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen (über die Bezirksregierung Köln, Dezernat 35 – Denkmalförderung).
Ein Rechtsanspruch auf diese Mittel besteht nicht.
Die Gemeinde ist auf Grund ihrer finanziellen Situation leider nicht in der Lage, Mittel für die private Denkmalpflege zur Verfügung zu stellen.
Darlehen
Ab 01.10.2013 gibt es ein neues Förderprogramm der NRW.Bank (Darlehnsprogramm).
Gefördert werden Gesamtinvestitionen, Ansprechpartner sind die Hausbanken. Es können Darlehen mit Laufzeiten 10 Jahre, 20 Jahre,  mit einem Tilgungsfreijahr, Tilgung ab 1,25%, gewährt werden.
Darlehnshöchstförderung max. 80.000
Steuerliche Vergünstigungen
Hier bestehen die folgenden Möglichkeiten:

 

  • Erhöhte steuerliche Absetzung von Erhaltungsaufwendungen und Herstellungskosten bei Baudenkmalen, wenn diese zur sinnvollen Nutzung des Baudenkmales erforderlich sind
  • Erhöhte steuerliche Absetzungen für historische Gebäude in Denkmalbereichen – auch bei nicht eingetragenen Gebäuden - wenn die denkmalpflegerischen Auflagen zu Mehrkosten führen.

Anträge sind bei der Gemeinde Hellenthal als zuständige Untere Denkmalbehörde zu stellen. Zu beachten ist, dass vor Beginn der Bauarbeiten  eine  Erlaubnis gemäß § 9 Denkmalschutzgesetz NRW über die Untere Denkmalbehörde eingeholt werden muss.