Modellprojekt „Gebäudeleerstand bewältigen und Daseinsvorsorge sichern“
Bürgerversammlung vom 23.8.2012
Die zunehmende Anzahl von leerstehenden Gebäuden in einigen Ortsteilen von Hellenthal und die Erhaltung der sozialen Infrastruktur, vor allem der medizinischen Versorgung, gehören zu den wichtigsten Herausforderungen der Gemeinde. Zu diesen beiden Schlüsselthemen für die künftige Entwicklung erarbeitet die Gemeinde deshalb ein integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept. Die Universität Bonn, Professur für Städtebau und Bodenordnung, die die Gemeinde dabei unterstützt und die vorbereitenden Untersuchungen durchführt, informierte die Bürger bei der ersten Bürgerversammlung am 23. August.
„Hellenthal soll auch künftig trotz der tiefgreifenden demografischen Veränderungen lebenswert und liebenswert bleiben!“ so Bürgermeister Rudolf Westerburg auf der Bürgerversammlung. Da die Nachbargemeinde Dahlem vor vergleichbaren Herausforderungen steht, wurde vor über einem Jahr ein gemeinsamer interkommunaler Arbeitskreis gebildet, und es findet seither eine intensive Zusammenarbeit mit dem Ziel statt, gemeinsam Lösungen für diese Probleme zu entwickeln. Dazu werden die Themen im Rahmen von gemeinsamen Sitzungen als auch in Ortsbegehungen bearbeitet. Auf Grundlage der laufenden vorbereitenden Untersuchungen sollen für zwei ausgewählte Untersuchungsbereiche in den Zentralorten von Hellenthal und Dahlem zukunftsweisende und modellhaft Ziele und Maßnahmen entwickelt und im Rahmen des neuen Städtebauförderungsprogrammes „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ realisiert werden.
Prof. Dr. –Ing. Theo Kötter und Dipl. Geogr. Sibylle Maringer informierten auf der Bürgerversammlung ausführlich über dieses Modellprojekt „Gebäudeleerstand und Daseinsvorsorge in Dahlem und Hellenthal“ und die Arbeitsschritte der vorbereitenden Untersuchungen. Die wesentlichen Herausforderungen ergeben sich aus dem vom demographischen Wandel in Hellenthal und seine Folgen für die städtebauliche Entwicklung: Sinkende Einwohnerzahl sowie Überalterung und Verkleinerung der Haushalte vor allem im Ortskern. Die Anzahl leerstehender Gebäude nimmt zu und zugleich verschlechtert sich das Angebot in der Daseinsvorsorge. Im Untersuchungsgebiet im Hellenthaler Zentralort stehen bereits 4 Gebäude komplett und 16 stehen teilweise leer. Betroffen sind sowohl Wohngebäude und Wohnungen als auch Ladengeschäfte. Neben den Leerständen untersucht die Universität Bonn in der städtebaulichen Bestandsaufnahme u.a. auch den Gebäudezustand und die Gebäudenutzung sowie die Freiflächen- und Verkehrssituation. Zusätzlich wird die Infrastruktur, vor allem die Ausstattung mit medizinischen Einrichtungen wie Ärzten, Apothekern und Pflegeeinrichtungen in der gesamten Gemeinde analysiert.
Zentrale Sanierungsziele sind
die Bewältigung des Gebäudeleerstands,
die Beseitigung städtebaulicher Missstände u.a. durch Modernisierung und Instandsetzung
der Gebäude und Aufwertung des Wohnumfeldes sowie die
Erhaltung und Stärkung der öffentlichen Daseinsvorsorgeeinrichtungen im Bereich der medizinischen Versorgung.
Ein wesentlicher Bestandteil der vorbereitenden Untersuchungen ist die Beteiligung der Eigentümer, Mieter und Betriebe im Untersuchungsgebiet. Diese haben nunmehr die Möglichkeit, die Gemeinde im Rahmen der bevorstehenden schriftlichen Befragung über ihre künftigen Vorstellungen zu ihrem Grundstück und Gebäude zu informieren sowie Ihre Wünsche und Anregungen für das Untersuchungsgebiet bzw. die Gemeindeentwicklung vorzutragen. Eine rege Teilnahme und Unterstützung sind unverzichtbar, um mit Erfolg bei der Bezirksregierung Köln einen Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm stellen zu können, das Mittel nicht nur für öffentliche, sondern auch private Maßnahmen an Grundstücken und Gebäuden bereitstellt.
Die Betroffenen werden daher gebeten, die ausgefüllten Fragebögen bis zum 07. September an die Gemeinde Hellenthal zurück zu senden. Offene Fragen können auch noch am 10. September 2012 von 14 bis 17 Uhr im Rahmen der Sprechstunde im Rathaus geklärt werden, um anschließend den Fragebogen abzugeben. Da die Befragung alle Haushalte erfassen muss, werden die restlichen Fragebögen vom 10. bis 14. September 2012 durch Mitarbeiter der Universität Bonn persönlich bei den Betroffenen im Untersuchungsgebiet eingesammelt.
Weitere Informationen finden Sie auf der Präsentation anlässlich der Bürgerversammlung.




